28. Mai 2009

Lichtlos durch die Nacht - unterwegs mit dem Team Alt - Walsum!

Mittwoch, 20. Mai 2009.

Bereits zum dritten Mal trafen sich die Fahrer des "Team Niederrhein 2007" am Kraftwerk in Voerde-Möllen, um im Verbund mit dem "Team Alt - Walsum" eine abendliche Trainingsrunde zu drehen. Um 18:30 Uhr startete die 12 Fahrer/-innen umfassende Truppe in Richtung Wesel, um dieses Mal die linke Rheinseite zu besuchen.


Wir fuhren in Wesel über die Rheinbrücke und dann am bekannten Fernsehsendeturm vorbei immer am Rhein entlang in Richtung Xanten. Die Jungs aus Alt-Walsum führten uns dann in die ehemalige Römersiedlung hinein, wo wir erst von einer unplanmäßigen Baustelle (die Strasse war weg) und auch noch von dem dort stattfindendem "Siegfriedspektakel" das erste Mal aufgehalten wurden. Durch die dort herrschenden Verkehrsverhältnisse wurde unsere Truppe kurzfristig in zwei Gruppen aufgeteilt, was jedoch im Zeitalter der Mobiltelefone kein grosses Problem darstellte.

Nach dem Zusammenschluß der Verfolgergruppe mit dem Peloton ging die Fahrt dann über Labbeck weiter, wo wir eine kurze Rast einlegten. Nach dem Zusammenschluß der Verfolgergruppe mit dem Peloton ging die Fahrt dann über Labbeck weiter, wo wir eine kurze Rast einlegten.















In Sonsbeck gerieten wir ein wenig später auch noch in einen Volkslauf, der uns zeitweilig auf den durch Zuschauer belagerten Bürgersteig zwang. Nach erneutem Zusammenschluß der Gruppe fuhren wir dann in Richtung Alpen weiter. Horst, der Präses des "Team Alt - Walsum" zweifelte schon daran, dass wir die letzte Fähre in Orsoy um 21 Uhr, die uns über den Rhein nach Hause tragen sollte, überhaupt noch erreichen. Die Aussage von ihm: "Dat wird abba knapp!" nutzte dann das Team Niederrhein 2007 um das Tempo ein wenig zu forcieren. Olli machte das Tempo und wir folgten ihm in gewohnter Manier. Murat verfügte zu diesem Zeitpunkt wohl noch über jede Menge überschüssiger Energieund überholte mit den laut brummenden Reifen seines MTB den führenden Olli, der sich prompt in dessen Windschatten hing, Dominic nutze die Gelegenheit für einen Sprintversuch aus dem Peloton. Jürgen folgte ihm und ich lies mich im Sog des Windschattens der Teamkameraden wieder an die beiden Ausreisser heranführen. Im Eifer des Gefechtes bemerkten wir erst gar nicht, dass das Team Niederrhein 2007 die ganze Truppe auseinander gefahren hatte und gab anschliessend den Verfolgern die Chance, wieder zu uns aufzuschliessen. Wie schon vorher angekündigt, kamen wir trotz dieses erhöhten km - Ø in zeitliche Verdrückung und erreichten Orsoy erst um 21:10 Uhr.


Die Fähre war gerade dabei, auf der anderen Seite des Rheins zu ankern und uns blieb nichts anderes übrig, als sehnsüchtig hinüberzublicken.

Wolfgangs Äusserung: "Ihr müsste das alles positiv sehen, so können wir wenigstens den Sonnenuntergang geniessen..." riss uns wieder in die Realität zurück und wir machten uns mit unseren unbeleuchteten Rennrädern auf den Weg, die andere Rheinseite auf unseren schmalen Reifen zu erreichen. Die grosse Gruppe fuhr in Richtung DU-Baerl zur Brücke, Olli und ich mussten aber nach Wesel zurück, da unsere Autos noch am Kraftwerk parkten und verabschiedeten und von den Anderen. Im schwindenden Tageslicht rollten wir dann wieder durch die umliegenden Dörfer zurück Richtung Rheinberg und überlegten, wie wir mit diesem "positiven Stress" am besten umgehen sollten. Eine vermeintliche Abkürzung erwies sich nach ein paar 100 m als Weg ins Nirwana landwirtschaftlicher Nutzflächen und wir entschieden uns, über die Hauptstrasse weiter zu fahren, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Die Idee, nach Alpsray zu fahren und bei den dort wohnenden Teamkameraden Birgit und Michael Zuflucht und eine Transfergelegenheit zurück nach Voerde zu suchen, verwarfen wir sofort wieder, da diese zu diesem Zeitpunkt in ihrem wohlverdienten Urlaub in Frankreich verweilten.

Also fuhren wir durch Rheinberg hindurch zu einer Tankstelle, um uns dort mit einer Flasche "Powerade Wild Berry" und zwei "Bifi Carrazza" für den Heimweg zu stärken. Unsere daheim wartenden "besseren Hälften" Lydia und Karin informierten wir noch per Mobilphone, dass wir noch in der "Pampa" feststeckten und uns jetzt auf den Weg durch die Nacht machen wollten. Inzwischen war die Sonne vollends untergegangen und wir fuhren direkt auf den lichtlosen, aber autofreien, zum Glück asphaltierten Rheindeich. Mit philosophischen Weisheiten versuchten wir dann, unsere ohnehin positive Moral noch weiter zu stärken:

- "Gelten weisse Lenkerbänder eigentlich als Leuchtmittel?"
- "Guck ma den Himmel, so dunkel is dat auch nu wieder nich!"
- "Zum Glück sind unsere Trikots so schön rot und die Schrift kann man bestimmt im
Dunkeln auch noch gut sehen, oder?
- Da hinten ist doch Licht"...

mit der letzteren Aussage war das Werk der Solvay in Büderich, 30 km weiter gemeint!

Ganz vorsichtig rollten wir nun nebeneinander durch die Dunkelheit, um nach einigen, endlos scheinenden Kilometern und einer gefühlten zeitlichen Ewigkeit, wieder die Weseler Rheinbrücke zu erreichen. Da die Deichstrasse auf den letzten 200 m noch nicht asphaltiert war, schoben wir unsere Fahrzeuge dann über groben Schotter durch eine Öffnung im Bauzaun bis zur Brücke, wo wir dann auf dem Radweg weiterfahren konnten. Zum Glück gibt es auf der gesamten Strecke über den Weseler Ring, dann am "Lippeschlößchen" vorbei durchs Lippedorf, Friedrichsfeld und Voerde zum Kraftwerk zurück, durchgehend Radwege, die wir dann dankend nutzten. Zwischen Friedrichsfeld und Voerde war dieser sogar beleuchtet. Endlich kamen wir dann in stockfinsterer Nacht um 23:30 Uhr und gefahrenen 106 km wieder am Parkplatz in Möllen an und beschlossen, beim nächsten Mal dann doch unsere Akkuleuchten mitzunehmen.

Am nächsten Tag erfuhren wir dann aus verschiedenen Quellen (Rennrad-Forum, eMail, Website des Team Alt - Walsum) dass die Kameraden auch alle gut nach Hause gekommen sind.

Für die nächste Tour habe ich meine "Notfalldose" schon zusammen gestellt!

Frank - Team Niederrhein 2007

2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Schöner Bericht! Ich war etwa eine Stunde früher zuhause und hatte 101 km auf der Uhr...

Gruß aus O.
Jürgen

Wolfgang hat gesagt…

Ein abenteuerlicher Bericht. Aber irgendwie hat auch der nächtliche Umweg Spaß gemacht. Oder?
Viele Grüße aus Din.