5. August 2009

Sparkassen Giro 2009 - was für eine Emozione !


Nach längerer Sommerpause gibts an dieser Stelle mal wieder ein Lebenszeichen von uns.
Anfang August - die Tour de France ist gelaufen, Lance ist zurück, der Pistolero hat gewonnen...und im benachbarten Bochum treffen sich Radsport-Verrückte die nicht gerade im Urlaub oder auf dem Nürburgring unterwegs sind.

An einem sonnig warmen Samstag sitzt also die Giro Besetzung direkt an der Strecke...zwischen Pasta Party und der Australischen Damen Nationalmannschaft, die der Konkurrenz zeigt, was eine Harke ist.

Die Startunterlagen sind abgeholt..alles ist bestens, wenn da nicht der Wetterbericht für den Sonntag wäre, dessen Voraussage so rein gar nichts mit dem sommerlichen Samstag zu tun hat.
Zwischen "wenns Regnet fahr ich wenn überhaupt nur langsam" und "nimmst Du ne Regenjacke mit?" pendeln sich die Gespräche ein...man einigt sich aber ermstal abzuwarten, wie es am nächsten Morgen aussieht. Schließlich hats ja noch nie beim Giro
geregnet ! Und wer glaubt schon dem Wetterfröschken ?

Nach der Pastaparty gabs gings dann mit dem traditionellen Derny Rennen
weiter...was irgendwie auch schon wieder Lust auf die Sechs-Tage Saison zum Jahresende machte.Während sich die Derny Fahrer einknatterten (ist Bochum Mitte eigentlich Umweltzone?) rollten sich auch die Teilnehmer locker an...und zwischen Band und Medion Shop gaben Cav und seine Jungs (genauer gesagt Herr Rennshaw und Herr Grabsch) bereitwillig Autogramme. Nach ein paar Runden Derny gings dann aber für uns nach Hause....schließlich wollte noch die eigene Rennmaschine für den nächsten Tag noch einmal kurz durchgecheckt werden.

Der Sonntag Morgen birgt dann die erste Überraschung des Tages...es ist bewölkt..man könnte fast sagen warm..und...kein Regen ! Die Strassen waren vom nächtlichen regen noch feucht...aber...sollten wir vielleicht Glück haben ? Also auf nach Bochum ! Auf der Autobahn fahren wir durch einen Korridor von schwarzen Wolken...aber wir haben Glück...kein Regenguss weit und breit. Nebenbei probt übrigens Michael seine womöglich künftigen Qualitäten als sportlicher Leiter, nachdem er mir auf der A40 (genauer gesagt auf der linken Spur) Trinkflaschen aus dem Fenster anreichen und taktische Instruktionen für die nächste Abfahrt geben wollte. Wir haben das aber dann sein gelassen und sind übrigens unbeschadet in Bochum angekommen.

Dort angekommen haben wir uns erstmal ein wenig auf der Strecke eingerollt....um uns dann anschließend ein Plätzchen im roten Startblock zu suchen. So akribisch wie in Köln wurde es mit der Aufstellung im Block und den Markierungen allerdings nicht genommen..gab es um uns herum doch eine bunte Mischung aus Startern sämtlicher Blöcke. Volker stand offenbar schon mitten in der Menge..gesehen haben wir ihn vor dem Start leider nicht. Nach dem Start übrigens auch nicht, denn der gute Mann hat im Rennen ein nettes Grüppchen nicht allzuweit vom Hauptfeld ergattert, und pflasterte mit durchschnittlich 41/ 42 Minuten pro Runde über den Kurs.

Michael und ich hatten uns bereits am Vortag darauf verständigt, beieinader zu bleiben...keine Gullideckelsprints und keine Stunts. Ankommen und Spaß haben war der Plan.
Zumal man es auf der stellenweise noch nassen Fahrbahn auch nicht übertreiben musste.
Und so ging es also auf den neuen Kurs in Bochum....nur noch drei Runden ansatt vier...allerdings diesmal 75 statt 58 Km.
Unterwegs lief eigentlich alles wie am Schnürchen..allerdings hatten wir nach dem ersten Kilometer direkt eine Slalom Einlage zu absolvieren, da auf dem neu eingebauten Mini-Pave Abschnitt die ersten Trinkflaschen diverser Mitfahrer beschlossen, schon vorzeitig aus dem Rennen auszusteigen und den angestammten Platz im Flaschenhalten schnellstmöglich zu verlassen. Aber sowohl Micha als auch ich haben früher ja schon immer am Donnerstag Abend den 7. Sinn in der ARD...zwar stand Egon Hoegen nicht am Strassenrand aber wir haben auch dieses Hindernis problemlos gemeistert.

Nach einer schnellen ersten Runde (ja Volker..auch wir haben da nur 41 Min für gebraucht ;-)) haben wir es dann mit 45 und 44 Min etwas lockere angehen lassen....wir wussten ja...der zu gewinnende Blumentopf war schon fest in den Händen der Univega Profis.
Die traditionellen Anstiege haben wieder Spaß gemacht, wenngleich in diesem Jahr nicht mehr ganz so viele Zuschauer wie in den Vorjahren am Streckenrand standen - sicherlich lag aber auch das am Wetter. Apropos Wetter - ja - in der zweiten Runde fing es dann doch mal an zu tröpfeln...was sich nach gewisser Zeit aber wieder einstellte - unterm Strich konnte man das als angenehmen Abkühlung verbuchen.

Die Gefahrenstellen unterwegs waren im übrigen sehr gut gesichtert, überall waren ausreichen Strecklenposten platziert, die den Fahrern rechtzeitg signalisierten, besser mal ein wenig Druck vom Pedal zu nehmen. Kurz vor dem Ziel traf ich dann noch Helmut von SV Orsoy...ja mein Guter, so trifft man sicher wiefer....ich hoffe ich habe Dir nicht zuviel versprochen mit den Giro ;-)

Alles in allem hat es auch dieses Jahr wieder sehr viel Spaß gemacht. Ein großes Lob an Micha...der seinen Renn Einstand fürs Team gegeben hat...und ich hab das Gefühl..es war sicherlich nicht sein letztes. Und unser Bergspezialist Volker hat auch in diesem Jahr einmal mehr gezeigt...dass er diesen Spitznamen nicht zu unrecht trägt...

Mein besonderer Dank an dieser Stelle an die Möllis....die sich trotz Nachtschicht und Sonntag Morgen es sich nicht haben nehmen lassen, uns tatkräftig am Streckenrand zu unterstützen!

Während ich also in der Schlussrunde durchs Ziel rollte, hatte ich dann noch die große Ehre, von Eurosports Karsten Migels, welcher wie im Vorjahr auch dieses mal wieder das Rennen kommentierte, namentlich (inkl. Teamname ;-)) im Ziel begrüsst zu werden.
Den Werbeauftrag hatte ich somit auch an diesem tag erfüllt. Nach der resten Verpflegung und dem gegenseitigem Beglückwünschen ging es dann erst mal unter die Dusche...

Nun konnte man also entspannen..und bei einem kleinen Snack am Streckenrad die Profis beobachten. Das Rennen war spannend....gleich zu Beginn lieferte Gerald Cioleks einen Laufradwechsel Workshop auf der Strecke....es gab ein Ausreißergrüppchen...Regenschauer und natürlich eine ganze Menge fachsimpelndes Publikum am Streckenrand. Das Rennen wurde wie am Vortag von Mark Cavendish gewonnen... mal wieder lies der ehemalige Team Sparkasse fahrer auf seiner "Heimstrecke" nichts anbrennen.

Zu guter letzt lief dann auch noch Enrico Muax an mir vorbei....was soll ich sagen...der Giro endete dann also ganz stilvoll italienisch.....was für eine Emozione !!!!!!!!!!


In diesem Sinne bis demnächst & gute Fahrt !